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Millionen bei Flüchtlingscontainern verschwendet?

by globtec
Jul , 5
Millionen bei Flüchtlingscontainern verschwendet?

Das Land Hessen soll einem Unternehmen eine Summe in Millionenhöhe vorenthalten. Der Geschäftsführer ist verärgert – und prangert Mittelverschwendung an.

Verschwendung in Millionenhöhe beim Bau von Flüchtlingsunterkünften wirft ein Frankfurter Unternehmen dem Landesbetrieb Bau und Immobilien Hessen vor. Um dies zu verschleiern, verweigere die Behörde einer Vielzahl kleiner und mittelgroßer Unternehmen die Zahlung und gefährde damit deren Existenz. Die Firma hat jetzt Klage beim Landgericht Wiesbaden eingereicht. Der Landesbetrieb Bau und Immobilien will sich auf FR-Anfrage mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht äußern.

Globtec Germany wirft dem Land vor, der zur Firmengruppe gehörenden Tectonics mehr als 1,1 Millionen Euro schuldig zu sein. Insgesamt betrage das Volumen des Ende 2015 erteilten Auftrags für die Lieferung von Sanitär- und Wohncontainern 10,8 Millionen Euro. Mitte 2016 seien diese bezugsfertig gewesen. „Ohne nachvollziehbare Begründung“ weigere sich das Land, „berechtigte offene Forderungen in Millionenhöhe zu zahlen“.

Streit um Millionenbetrag

Nach Auffassung des Sozialministeriums aber erfüllte die Firma keineswegs die vereinbarten Leistungen. Nachdem ein unabhängiger Sachverständiger dies bestätigt habe, habe das Land mehrfach erfolglos darauf gedrängt, die Verträge einzuhalten. „Das Land Hessen hat sich stets vertragskonform verhalten und wird dies auch weiterhin tun“, betont eine Sprecherin.

Die Globtec Gruppe schiebt den Schwarzen Peter zurück: Das Land verweigere Gespräche und komme mit einem Gutachten an, wonach die Container nicht bewohnbar seien. „Man möchte von Tectonics das Geld zurückhaben, und die Container sollen wieder abgebaut werden.“ Eine zweite Klage gegen Hessen sei in Vorbereitung. Die Forderung: Schadenersatz in Höhe von 1,5 Millionen Euro.

Anders als das Land geizt das Unternehmen nicht mit Informationen: Im Herbst 2015 sei das Land auf die Unternehmensgruppe zugekommen. Die habe sich bereiterklärt, ohne Gewinnabsichten „in der Flüchtlingskrise zu helfen und Containerunterkünfte zu liefern“.

Markt war leergefegt

Der Markt in Deutschland sei seinerzeit leergefegt gewesen, Einzelcontainer seien für um die 20.000 Euro gehandelt worden. Tectonics habe Blocks zu 96 Einheiten zu einem schlüsselfertigen Preis von 8177 Euro pro Container angeboten – einschließlich Infrastruktur wie Warmwasser, Heizung, Betten. Als die Flüchtlingszahlen zurückgingen, sei die Globtec-Gruppe dem Land entgegengekommen und habe die Restarbeiten im Juli 2016 eingestellt.

Das Unternehmen wirft dem Land nicht nur vor, ihm und den anderen beteiligten Firmen ihr Geld vorzuenthalten. Beim Bau der von Tectonics errichteten und jetzt leerstehenden Flüchtlingsunterkünfte in Bensheim und in Niedergirmes seien zusätzlich noch andere Unternehmen „zu deutlich höheren Kosten mit Zusatzlieferungen beauftragt worden“.

Ein Aspekt, der über den Einzelfall hinausgehe und die Öffentlichkeit gewiss interessiere, meint Tectonics-Geschäftsführer Murat Ergüder: „Der bevorstehende Prozess wird auch einen wesentlichen Beitrag zur Aufdeckung unnötiger Ausgaben und Mittelverschwendung in Höhe mehrerer Millionen während des Baus von Flüchtlingsunterkünften in Hessen leisten.“

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